Wenn die Tafel frontal zur Klasse angebracht ist, ist
die erste Reihe normalerweise ein guter Platz für ein
sehgeschädigtes Kind. Wenn Vorführungen während des
Unterrichts gegeben werden, sollte der Ort der
Demonstration bei der Verteilung fester Sitzplätze mit
in Betracht gezogen werden, weil blendendes Licht
Unbehaglichkeit oder Leseunfähigkeit hervorrufen kann.
Einige Kinder bevorzugen Sitze, die nicht am Fenster
sind. Bei Kindern mit Gesichtsfeldeinschränkungen oder
mit speziellen Beleuchtungsbedürfnissen, z.B. bei
Kindern mit Albinismus, wird eine Konsultation des
Resource Teachers oder des Ambulanzlehrers hilfreich
sein.
Bestimmen Sie einen Klassenkameraden ( oder erlauben Sie
dem sehgeschädigten Schüler, vor allem älteren, sich
selbst einen auszuwählen) um:
a) Fotokopien seiner Notizen zu machen und sie dem
sehgeschädigten Schüler zu borgen
b) das Geschriebene vorzulesen (mit leiser Stimme), wenn
er es abschreibt
Ermutigen Sie das sehgeschädigte Kind, zur Tafel zu
gehen oder seinen Stuhl dichter an die Tafel zu stellen.
Helfen Sie Ihm, sich so zu positionieren, daß er nicht
die Sicht der anderen Schüler blockiert.
Borgen Sie dem Kind die Notizen, die Sie an die Tafel
geschrieben haben oder das Buch, aus dem Sie sie haben.
Sprechen Sie das, was Sie gerade anschreiben, laut vor.
Das sehgeschädigte Kind kann es wie ein Diktat
niederschreiben.
Geben Sie Ihre Notizen schon im voraus dem Resource
Teacher oder Ambulanz-lehrer, damit der sie vergrößern,
abdunkeln oder in Braille umsetzen kann. Das hilft
besonders im Mathematikunterricht, wo "Schritt für
Schritt"-Anweisungen notwendig sind.
Versuchen Sie nicht, mit dem Rücken zum Fenster zu
stehen. Grelles und normales Licht werden einen Schatten
auf Ihre Demonstration werfen und eine Augenermüdung
kann auftreten. (Von der Verringerung des grellen Lichts
wird nicht nur das sehgeschädigte Kind, sondern die
ganze Klasse profitieren.)
Erlauben Sie dem sehgeschädigten Kind, sich in die
Nähe oder neben die Demonstration zu stellen.
Erlauben Sie dem Kind, bei der Darbietung zu helfen oder
sich um die Materialien vor oder nach der Vorführung zu
kümmern.
Fernsehlesegeräte (wenn vorhanden) können hilfreich
sein und erlauben eine Vergrößerung der Darbietung.
Das sehgeschädigte Kind möchte vielleicht dichter an
die Tabelle heranrücken oder auf dem Boden sitzen.
Erlauben Sie ihm, das zu tun, solange es nicht die Sicht
anderer blockiert.
Ein Arbeitsblatt von der Tabelle oder der Karte könnten
dem Kind gegeben werden.
Der Resource Teacher oder Ambulanzlehrer hat vielleicht
vergrößerte oder anders veränderte Karten vorrätig.
Einige Karten oder Diagramme müssen vielleicht zur
Verbesserung des Erkennens vereinfacht werden.
Reliefkarten oder "Sound Karten" (aufgenommene
Beschreibungen) können bei blinden Kindern genutzt
werden.
Wenn der Filmprojektor ein Bild auf eine Leinwand wirft,
erlauben Sie dem Kind, sich dicht genug an die Leinwand
zu setzen, um es zu sehen.
Bei einem Film mit Untertitel bitten Sie ein anderes
Kind, diese Untertitel der Klasse laut vorzulesen.
Projektoren, bei denen man das Bild direkt am Projektor
sehen kann, erlauben es den Kindern, sich direkt vor den
Schirm zu setzen und sind für sehgeschädigte Kinder
sehr nützlich.
Aufgrund schlechten Kontrastes oder ungenügender
Beleuchtung können einige Lesemaschinen, wie z.B. der
Microfiche, Leseprobleme hervorrufen. Ein anderer
Schüler mit dem selben Material kann es laut vorlesen.
Der jeweilige Verantwortliche für audiovisuelle Materialien
einer Schule oder eines Schuldistricts kann Quelle für neue
Ideen und Geräte sein, die in der Klasse genutzt werden sollen.
Beraten Sie sich mit Ihrem Resource Teacher oder
Ambulanzlehrer über die Druckgröße und Schärfe der Schrift,
die Ihr Schüler braucht. Die folgenden Vorschläge können
hilfreich sein, wenn das sehgeschädigte Kind Kopien verschwommen
sieht oder schwer lesen kann.
Geben Sie einige dieser Kopien dem Resource Teacher oder
Ambulanzlehrer, um sie so früh wie möglich anzupassen.
Es wird auch hilfreich sein, dem sehgeschädigten Kind
seine Aufgaben, besonders bei langwierigen Projekten und
Berichten, so frühzeitig wie möglich mitzuteilen. Das
ermöglicht noch spezielle Material-anforderungen oder
Bereitstellungen von Nachschlagewerken.
Häufig wird mehr Zeit zur Fertigstellung von Aufgaben
oder für Prüfungen benötigt. Das anderthalbfache der
Zeit, die sonst dafür benötigt wird, kann man ruhig
gewähren. Das Kind kann seine Arbeit im Resource Room
oder der Schulbibliothek fertigstellen. Wenn Sie sich
sicher sind, daß das Kind die Aufgabe verstanden hat,
kann es eine gute Idee sein, diese Anforderungen zu
kürzen: Sie können zum Beispiel vom Schüler verlangen,
daß er nur die Aufgaben mit den ungeraden Nummern in der
Mathe-Hausaufgabe macht.
Kopien mit schwarzer Tinte sind normalerweise leichter
zu lesen. Wenn Sie aber z.B. Violett nutzen müssen,
geben Sie bitte die als Vorlage benutzte allererste Kopie
dem Kind. Diese Kopie ist normalerweise dunkler und
besser geeignet.
Obwohl Sie vielleicht noch extra Antwortblätter für
den Rest der Klasse benutzen, könnte es für das
sehgeschädigte Kind einfacher sein, direkt auf dem
Testblatt zu antworten.
Ein Klassenkamerad oder Resource Teacher oder
Ambulanzlehrer können die Antworten, die vom Kind
mündlich gegeben werden, aufschreiben. Ein
Kassettenrecorder kann auch zu diesem Zweck benutzt
werden, er ermöglicht freieres Antworten. Einige
Schüler werden ihre Antworten mit Maschine schreiben.
Viele sehbehinderte Schüler können Bücher mit normaler
Schrift verwenden, obwohl Sie das Buch vielleicht näher an ihre
Augen halten oder optische Hilfen oder Buchständer nutzen
müssen. Wie schon oben erwähnt, brauchen sie vielleicht auch
mehr Zeit, um ihre Aufgaben zu bewältigen.
Wenn ein Kind besser mit Großdruck, Aufgenommenem oder
Braille zurechtkommt, kann man dies bei dem Resource
Teacher oder Ambulanzlehrer bekommen. Wieder ist es
wichtig, daß Aufgaben schon im voraus dem Resource
Teacher oder Ambulanzlehrer gegeben werden. Wenn Sie
wissen, daß ein sehgeschädigtes Kind in Ihre Klasse
kommen soll, könnten Sie schon die Titel der Bücher,
die Sie verwenden werden, dem Resource Teacher oder
Ambulanzlehrer geben, noch bevor der Schüler in Ihrer
Klasse ist. (Kinder, die als vollblind eingestuft sind,
können von der Bundesregierung spezielle Ausrüstungen
vom American Printing House for the Blind in Louisville,
Kentucky bekommen)
Schüler höherer Klassenstufen fordern oft ihre
eigenen, aufgenommenen oder anders adoptierten Texte bei
Organisationen, wie der Recording for the Blind oder
National Braille Association. Freiwillige
Schriftübersetzer sind noch eine andere Quelle für
Bildungsmaterialien.